
Krawallbruder
Wer unseren Bronko zum ersten Mal erlebt, fragt sich, ob er gerade das genialste Trommelspiel aller Zeiten hört oder ganz persönlich verprügelt wird. Die Antwort: beides. Er schlägt so hart auf seine Felle, dass sie schneller hinüber sind als bei den brutalsten Gangarten aller Musikrichtungen. Und wenn es die Trommelfelle unseres Bronko schon nicht überleben, wie soll es dann den Ohren des Publikums gehen? Daher unser dringender Rat: Sag ihm niemals, die Trommel sei zu leise.
Die Stabilität, die es dafür braucht, erlangt er durch exzessives Bierkrugstemmen. Ob das wirklich für sein Tempo sorgt, ist wissenschaftlich nicht belegt. Wer ihn aber einmal mit fünfzehn vollen Krügen (sechs für sich, sechs für Humpen und drei für den Rest der Band) über den Markt spazieren sieht, zweifelt nicht mehr daran.
Sein Taktgefühl ist ebenfalls legendär, allerdings nur auf der Bühne. Im Alltag reagiert er auf an ihn gerichtete Worte entweder mit einer verbalen Klatsche oder mit völligem Ignorieren. Dazwischen gibt es nichts. Wir vermuten daher ein reines Muskelgedächtnis hinter seinem Spiel. Was genau er früher so verdroschen hat, bleibt sein Geheimnis. Wir fragen lieber nicht nach.
Neben dem Takt während des Auftritts (ja, Bronko, nicht du, Lambert!) gibt er auch den Takt in allen organisatorischen Fragen vor. Wenn ihr einen so genial-chaotischen Auftritt von uns wollt, wie ihr ihn zuletzt auf dem Markt oder neulich in der Taverne erlebt habt, wendet euch am besten an ihn. Eine Garantie, dass danach noch etwas übereinander steht, gibt es zwar nicht, aber genau das macht ja den Spaß aus.
©Leierluder Olga
